Echolalie – warum mein autistisches Kind nicht sprach und dennoch Gesundheit wünschte

 

Gesundheit

Mit drei Jahren stoppte mein jüngerer autistischer Sohn verbal zu kommunizieren und verstummte urplötzlich für eine ganze Weile. Zugegeben – ich bin erschrocken, wusste ich doch, dass er die 50-Wort-Grenze erreicht hat etc. Doch so war es nun. Er ging in den Kindergarten, knüpfte neue Kontakte und alle stellten sich auf das Kind ein, das nicht spricht. Musste aber jemand niesen, wünschte er klar formuliert Gesundheit. Er irritierte dadurch so manche*n. Der kann ja doch sprechen!

 

Und genau darum und was dahinter steckt, dreht es sich in diesem Artikel.

 

Die Sprachentwicklung nicht-autistischer Kinder

Alle freuen sich, wenn Kinder mit 9-12 Monaten beginnen Wörter oder Wortteile nachzusprechen. Somit ist Echolalie ein ganz normaler Bestandteil der typischen Sprachentwicklung.

 

Echolalie bei autistischen Kindern

Während man Echolalie also als wichtigen und schönen Teil der kindlichen Sprachentwicklung betrachtet, pathologisierte man lange das Nachsprechen von Wortteile, Wörtern oder Sätzen inklusive Nachahmen von Geräuschen bei autistischen Kindern – bis hin zur Idee, dass es sich um ein sinnloses Nachplappern handelt. Aber Achtung – Spoiler Alarm: 

 

„Wisse, dass Echolalie IMMER eine kommunikative Absicht hat, also ignoriere sie nicht!“ Amanda Pahl 3.5.22

 

Darüber musste ich nun lange nachdenken. Ich kam zur Einsicht, dass Echolalie weit über ‚man kann nicht nicht kommunizieren‘ hinausgeht. Während Amanda Pahl eine Echolalie durchgehend kommunikativ einschätzt, sieht es Linus Müller etwas anders. Das Üben eines Satzes, Selbstregulation, Stimming, gedankliche Assoziationen, Erinnerungsbilder und die Steuerung von Emotionen, sind für ihn nicht-kommunikative Funktionen der Echolalie. Ich finde, dass beide auf ihre Art Recht haben – es kommt sehr darauf an, was man unter Kommunikation versteht. Einzig bei Definitionen, die Echolalien als sinnlos-mechanisch beschreiben, blutet mein Mutterherz und ich fürchte mich davor, dass eine solche Haltung autistische Kinder generell nicht verstehen will.

 

Zwei Arten der Echolalie

Ich habe ganz viele unterschiedliche Definitionen von Echolalie gefunden. Am besten gefällt mir folgende:

 

„Echolalie ist die Wiederholung von Äusserungen anderer.“ ASHA

 

Da die Definitionen sehr unterschiedlich ausfallen, fühlt sich ‚Äusserungen‘ für mich stimmig an, denn das kann vieles sein – Geräusche, Wortteile, Wörter, Phrasen oder ganze Sätze. Auch ‚anderer‘ ist nicht einengend. Ob das nun ein weinender Säugling, bellender Hund, Blitze, TV, Menschen etc. sind – kann sein.

 

Interessant ist der Zeitpunkt ihres Auftretens nach dem Input von aussen. Eine Echolalie kann nämlich unmittelbar auftreten oder dann mit einer grösseren Verzögerung.

 

Die unmittelbare Echolalie bezieht sich also auf Äusserungen, die sofort oder mit einer kurzen Verzögerung wiederholt werden.

 

Bei der verzögerten  Echolalie werden Äusserungen mit erheblichem zeitlichen Abstand nachgesprochen. Für viele sprechende Autist*innen können Echolalie über einen längeren Zeitraum ein Teil ihres verbalen Verhaltens sein.

 

Jargoning und Skripting

Oftmals werden neben Echolalie auch noch die Begriffe Jargoning und Skripting erwähnt. Es handelt sich dabei um Überschneidungen ähnlicher Gegebenheiten. Im deutschsprachigen Raum spricht man in der Regel von Echolalie und schliesst die Begriffe Jargoning und Skripting mit ein.

 

Jargoning: ab 8-9 Monaten hängt das Kind unterschiedliche Silben aneinander, die erstmals noch keine inhaltliche Bedeutung ergeben und kurz darauf von Einwortsätzen abgelöst werden. Dasselbe trifft man auch bei autistischen Kindern verspätet an. Die Prosodie hört sich wie korrekte Erwachsenensprache an, aber der Inhalt ist nicht ersichtlich, was nicht gleichbedeutend ist mit ‚hat keine Bedeutung‘. Mein jüngerer Sohn hat so ganz klein ‚telefonieren‘ gespielt und ich dachte immer, irgendwann tönt es nicht nur korrekt und es kommen auch die passenden Worte zur Prosodie hinzu.  

 

Skripting: „Skripting ist die Wiederholung von Wörtern, Sätzen oder Tönen aus der Sprache anderer Personen. Am häufigsten stammen Skriptphrasen und -töne aus Filmen, Fernsehen oder anderen Quellen wie Büchern oder Personen, mit denen sie interagieren. Skripting ist besonders häufig bei Kindern im Spektrum, die sprechen lernen.“ Theplaceforchildrenwithautism.com  Man könnte sagen, dass hier ein Drehbuch anderer übernommen wird. Oftmals nennt man auch eine verzögerte Echolalie Skripting. Bei uns war es lange Zeit Tom und das Erdbeermarmeladenbrot mit Honig, das dazu anregte.

 

Die Entdeckung des Wertes der Echolalie

Historisch sah man Echolalien lange als wertlos an. Sogar ich habe das in meiner Ausbildung noch so gelernt und hoffe doch, dass das nun nach ein paar Jährchen doch etwas differenzierter betrachtet wird.

 

„Sich Worte zu leihen, geschieht nicht ohne Sinn. Es kann Selbstregulierung sein. Es kann Stimming sein. Es kann Kommunikation sein.“ Linus Müller

 

Es brauchte einen langen Weg, um zu erkennen, das Stimming u.a. zur Selbstregulierung nicht wegzutherapieren ist, da hoch funktional! Gleichermassen unterschlug man den kommunikativen Aspekt lange. Nach und nach jedoch wurden immer mehr die kommunikativen Funktionen der Echolalie identifiziert und ihren Wert erkannt. Echolalie ist kommunikativ, das zeigt sich durch das Abwechseln in der Kommunikation, aber auch durch das echolalische Benennen, Bitten, Bestätigen etc. Zudem hat Echolalie einen wichtigen Rolle beim Erwerb der Sprache in Gestalts (vgl. ASHA).

 

Zwei Arten des Spracherwerbs

Was ich lange nicht wusste, bis mich jemand hier auf dem Blog durch einen Kommentar darauf aufmerksam machte – es gibt zwei Arten von Sprachentwicklungsprozessen. Die meisten Kinder durchlaufen eine analytische Sprachentwicklung. Das heisst, wir lernen z.B. das Wort Sirup als eine Einheit und erweitern unsere Äusserungen mit der Zeit:

 

Sirup.

Viel Sirup.

Mama, mehr Sirup.

Mama, ich möchte noch ein Glas Sirup – bitte.

 

Ganz anders sah (oder sieht?) das bei meinem jüngeren Sohn aus. Er durchlief (oder durchläuft?) vermutlich eine Gestaltsprachentwicklung. Der Gestaltspracherwerb ist nicht wirr und unüberschaubar – ein aufbauender Entwicklungsstil gar. Er startet aber nicht mit einem Wort, wie es beim analytischen Spracherwerb so üblich ist, sondern eben einer Gestaltform aus mehreren Wörtern. Oft handelt es sich dabei um eine echolalische Äusserung. Die einzelnen Wörter darin werden noch nicht unterschieden und auch nicht die Grammatik des Satzes erkannt. Selbst wenn es manchmal so scheint, da echolalisch alles total korrekt übernommen wird.

Sobald das Kind aber erkennt, wie der Satz aufgebaut ist mit all seinen Regeln, können diese „Gestaltformen“ zerlegen werden in kleinere Einheiten und dadurch Segmente und Wörter zu spontanen Formen wieder neu kombinieren werden. Das Kind wird also beginnend mit dem starren Gestalt durch die Analyse dessen immer flexibler und kann es letztlich zur spontanen Kommunikation nutzen.

 

Hier ist ein Beispiel dafür, wie ein Gestaltsprachlerner (Gestalt Language Processor) seine Sprache verwendet und entwickelt – beginnend mit einer verzögerten Echolalie oder eben einem Skript: 

 

Sirup ist aus Beeren.

Sirup ist süss.

Sirup.

Sirup und Chips mag ich am liebsten.

 

Es ist nur ein fiktives Beispiel, aber es zeigt sehr schön, wie zuerst das Wort Sirup identifiziert werden musste, bis es flexibel angewendet werden kann.

 

Detektivarbeit: 9 Beispiele

Je flexibler eine Sprache ist, desto verständlicher wird sie. Eine anfängliche Gestaltform aus mehreren Wörtern darf als Echolalie oder Skripting (eigentlich verzögerte Echolalie) oftmals nicht wörtlich genommen werden. Um die wirkliche Bedeutung herauszufinden, muss Detektivarbeit geleistet werden. Dafür muss man das Kind gut kennen und die Situation genauer betrachten und auch über vergangene Erlebnisse informiert sein. 

Mein damals 3-jähriger Sohn nutzte oftmals für die Kommunikation Skripte aus den Filmchen „Tom und das Erdbeermarmeladenbrot mit Honig“.

 

Zwei frühe Skripte:

  • „Tom ist verschwunden“ = Wo ist Mami?

 

  • „Tom isst sein Erdbeermarmeladenbrot“ =  Ich habe Hunger.

 

Das Skripting ist aber auch jetzt mit 9 Jahren noch nicht ganz vorbei:

  • „Das ist die Bibliothek.“ = Bitte still sein, es ist mir zu laut.

 

 

  • „(…) ist geschlossen.“ Wenn eine Bitte von mir nicht erfüllt werden soll – seiner Meinung nach.

 

In einem Artikel von express yourself fand ich weitere Beispiele:

  • „Blitz und Donner sind weit weg.“ = Reaktion auf ein lautes Geräusch im Klassenzimmer. (Antwort der Bezugsperson auf ein Ereignis, das dem Kind zuvor Angst gemacht hat.)

 

  • „Die Löwen schlafen, vielleicht beim nächsten Mal.“ (Wird verwendet, um mitzuteilen, dass etwas geschlossen wurde oder für dieses Kind keine Option mehr ist.)

 

  • „Willst du Saft?“ (Während er seine leeres Glas hält.) = um Saft bitten.

 

  • „Es ist okay.“ (Während es sich nach einem Sturz abbürstet.) = die Leute wissen lassen, dass es nicht verletzt ist.

 

Nicht nur Kinder skripten – verzögerte Echolalie existieren selbstverständlich auch manchmal bei erwachsenen Autist*innen:

  • I just want to go home.“ = A phrase that I repeat frequently is „I just want to go home.“ Whenever I’m upset, stressed, frustrated, overloaded: „I just wanna go home.“ I started saying, „I just want to go home,“ when I was home. Lauren Melissa Ellzey

 

Wie man Echolalie verbundene Kommunikationsmeilensteine unterstützt

Amber Fox (22.1.19) hat einige Tipps für die Arbeit mit Kindern, die Echolalie verwenden: 

  • Betrachten Sie die Art und die kommunikative Funktion der Echolalie. Was könnte sie bedeuten. (Detektivarbeit.)
  • Wenn das Kind Skripte verwendet, um sich zu beruhigen und Selbstvergewisserung zu geben, arbeiten Sie daran, zusätzliche Beruhigungs- und Bewältigungsinstrumente zu finden. Ergotherapie kann eine wunderbare Ressource sein!
  • Äussern Sie Anfragen mit der „Stimme“ des Kindes; sagen Sie „Ich möchte einen Keks“. Statt „Möchtest du einen Keks?“
  • Nehmen Sie kleine Änderungen vor, wenn Sie die Sprache des Kindes modellieren, um die kommunikativen Botschaften zu erweitern und zu ändern. Wenn das Kind wiederholt nach „Fenster öffnen“ fragt, erweitern Sie es zu „Öffne mein Fenster“. oder „Öffne das Schlafzimmerfenster.“
  • Nehmen Sie die mit Echolalie verbundenen Kommunikationsmeilensteine ​​an; Mit einem besseren Verständnis dieses Sprachphänomens können wunderbare Kommunikation und Verbindungen hergestellt werden! 

 

Weiter finde ich diese zwei Punkte, die Amanda Pahl (3.5.22) erwähnt, sehr hilfreich:

  • Modellieren Sie brauchbare Skripts und stellen Sie nicht einfach Fragen (die dann oft wiederholt werden). Eine gute Struktur für modellierte Skripts beinhalten: „Es ist …“, „Lass uns …“ und „Ich bin …“ Aussagen. 
  • Es bewährt sich eine Liste der Skripts des Kindes und dessen Bedeutung zu führen. Das hilft bei der Unterstützung der Kommunikation mit dem Kind gleich für alle Beteiligten.

 

Und eine Anregung noch von mir:

  • Es wird mir erst jetzt so richtig bewusst, wie wichtig doch das Tablet mit den Filmchen von Tom für uns waren. Es ist ganz zentral, dass es repetitive Möglichkeiten gibt, um eben ganze Skripte zu lernen. Das können Bilderbücher sein, die immer wieder erzählt werden, Filmchen, wie die von Tom, aber auch die eigene Sprache, die im Bewusstsein für die besondere Entwicklung Skripte modelliert und sachte erweitert etc. Dadurch Einsatz der Medien kann es sein, dass Schweizer Kinder plötzlich schier akzentfreies Hochdeutsch sprechen.

 

Und nochmals zu Gesundheit zurück

Wir alle haben unsere fixen Skripte. Niest jemand, so wünscht man Gesundheit. Spazieren wir am Stadtrand, so sagen wir entgegen kommenden Menschen Grüezi. 

Tatsächlich war das für meinen jüngeren Sohn, der solche Prägnanz liebt, ein Kommunikationsanlass und entsprach ganz seiner Sprachentwicklung.

Der Junge, der nicht sprach, sammelte also Echolalien, und zwar ganz heimlich und still, um sie dann bei Gelegenheit  kommunikativ zu nutzen. 

 

Somit hat für uns das Wort Gesundheit eine doppelte Bedeutung gewonnen.

 

Literaturliste

 

Für Logopäd*innen wurde mir folgender Link empfohlen, um sich weiterzubilden und Eltern von Gestalt Language Processor-Kinder zu unterstützen: 

https://www.meaningfulspeech.com

 

„Sich Worte zu leihen, geschieht nicht ohne Sinn. Es kann Selbstregulierung sein. Es kann Stimming sein. Es kann Kommunikation sein.“ Linus Müller

https://autismus-kultur.de/echolalie-autismus/

 

  • Kommunizieren Sie mit der „Stimme“ des Kindes; Sagen Sie „Ich möchte einen Keks“. Statt „Möchtest du einen Keks?“
  • Nehmen Sie kleine Änderungen vor, wenn Sie die Sprache des Kindes modellieren, um die kommunikativen Botschaften zu erweitern und zu ändern. Wenn das Kind wiederholt nach „Fenster öffnen“ fragt, erweitern Sie es zu „Öffne mein Fenster“. oder „Öffne das Schlafzimmerfenster.“
  • Nehmen Sie die mit Echolalie verbundenen Kommunikationsmeilensteine ​​an; Mit einem besseren Verständnis dieses Sprachphänomens können wunderbare Kommunikation und Verbindungen hergestellt werden!

https://reddoorpediatric.com/blog/echolalia-the-facts-beyond-parrot-talk-scripting-and-echoing/

 

Lauren Melissa (she/her) (@autienelle) twitterte um 3:51 AM on So., Jan. 30, 2022:

Controversial opinion that shouldn’t be controversial:

 

Echolalia isn’t random or meaningless. Echolalia is a form of autistic communication. 🧵

(https://twitter.com/autienelle/status/1487619493589360640?t=ekQ2K_nMrFj02s1_BA35Fw&s=03)

 

Lauren Melissa Ellzey (she/her) (@autienelle) twitterte um 3:51 AM on So., Jan. 30, 2022:

A phrase that I repeat frequently is „I just want to go home.“ Whenever I’m upset, stressed, frustrated, overloaded: „I just wanna go home.“ I started saying, „I just want to go home,“ when I was home.

(https://twitter.com/autienelle/status/1487619497720967168?t=oPWg8r9yqsD3ykmo4WlVow&s=03)

 

Echolalie/Scripting ist jedoch selten wörtlich gemeint, also müssen wir Detektivarbeit leisten, um herauszufinden, was diese Scripts bedeuten.

https://emergepediatrictherapy.com/gestalt-language-development/

 

https://youtu.be/Pn-d4ln7nFw

 

Jargoning

https://lexikon.stangl.eu/10986/jargoning

https://www.autismspeaks.org/expert-opinion/what-does-babbling-mean-non-verbal-autism

 

Skripting

https://theplaceforchildrenwithautism.com/autism-blog/autism-and-scripting

 

Echolalie

„Echolalie ist die Wiederholung von Äusserungen anderer.“ ASHA

https://www.asha.org/practice-portal/clinical-topics/autism/echolalia-and-its-role-in-gestalt-language-acquisition/

 

Sie können die Sprachentwicklung unterstützen, indem Sie: 

 

  • Gestalten/Echolalien einfach anerkennen (anstatt zu ignorieren). Autistische Erwachsene haben herausgefunden, dass das einfache Anerkennen von Echolalie/Scripting als eine Form der Kommunikation valide ist.
  • Funktionale Gestalten modellieren, anstatt Fragen zu stellen (die Ihnen oft wiederholt werden). Eine gute Struktur für modellierte Gestalten beinhaltet: „Es ist …“, „Lass uns …“ und „Ich bin …“ Aussagen. 
  • Einstimmen/Erstellen von Melodien beim Modellieren der Sprache für Ihr Kind 
  • Wenn Sie sich daran erinnern, dass die Echolalie, die Sie hören, oft stark mit Emotionen verbunden ist, könnte dies Ihnen Hinweise auf den Regulationszustand Ihres Kindes geben. 
  • Führen Sie eine Liste der Gestalt Ihres Kindes und dessen Bedeutung, um Ihnen bei der Unterstützung seiner Kommunikation zu helfen

https://emergepediatrictherapy.com/gestalt-language-development/

 

Unmittelbare Echolalie und verzögerte Echolalie

https://www.asha.org/practice-portal/clinical-topics/autism/echolalia-and-its-role-in-gestalt-language-acquisition/

 

  • Zunächst produzieren Kinder „Stückchen“ oder „Gestaltformen“ (z. B. echolasche Äußerungen), ohne Unterscheidung zwischen einzelnen Wörtern und ohne Wertschätzung für die interne syntaktische Struktur.
  • Wenn Kinder mehr über Syntax und syntaktische Regeln verstehen, können sie diese „Gestaltformen“ analysieren (zerlegen) und beginnen, Segmente und Wörter zu spontanen Formen neu zu kombinieren.
  • Schließlich ist das Kind in der Lage, kreative, spontane Äußerungen zu Kommunikationszwecken zu formulieren.

https://pubs.asha.org/doi/10.1044/2015_AJSLP-14-0166

 

Kind: „Blitz und Donner sind weit weg“ als Reaktion auf ein lautes Geräusch im Klassenzimmer (Antwort der Bezugsperson auf ein Ereignis, das dem Kind zuvor Angst gemacht hat).

 

Kind: „Die Löwen schlafen, vielleicht beim nächsten Mal“ (wird verwendet, um mitzuteilen, dass etwas geschlossen wurde oder für dieses Kind keine Option mehr ist). 

 

Kind: „Willst du Saft?“ während er seine Tasse nach Saft hält (um Saft bittet)

 

Kind: „es ist okay“, während es sich nach einem Sturz abbürstet (um die Leute wissen zu lassen, dass es nicht verletzt ist)

https://www.expressyourselfnc.com/blog/echolalia-what-to-do-and-not-do#:~:text=Children%20who%20continue%20to%20use,words%20to%20create%20unique%20messages.

 

Signs That Your Child is a Gestalt Language Processor

https://www.andnextcomesl.com/2022/02/signs-of-gestalt-language-processing.html

  1. Sie verwenden Echolalie und Skripte
  2. Sie sprechen häufig in der dritten Person
  3. Sie verwechseln oder kehren Pronomen um
  4. Sie sind autistisch und/oder hyperlexisch
  5. Sie studieren und/oder spielen Medien ab
  6. Ihr Sprachgebrauch ist zu Beginn unflexibel
  7. Es gibt Sprachverzögerungen
  8. Sie lernen, vor einzelnen Wörtern in langen Skripten zu sprechen
  9. Sie produzieren lange Sprachfolgen, die unverständlich sind
  10. Sie verwenden und konzentrieren sich auf eine reiche Intonation
  11. Sie sind musikalisch veranlagt 
  12. Ihr Sprachgebrauch ist über lange Zeiträume situativ

 

Manchmal ist es nicht Gesundheit – dafür High Five 😊:
Dan Storey (@DapperDan) twitterte um 4:26 PM on Do., Juni 09, 2022:

My non verbal, autistic, daughter reached her hand out to mine today and said “high five”. So, that might just be one of the single most incredible moments of my life. https://t.co/5Rx9Zt0E4c
(https://twitter.com/DapperDan/status/1534904745793576963?t=j-MOAxTNxnXixMayzg9Xow&s=03)

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