Hyperfokus – unsere Alltagserlebnisse und mehr

 

Das Debakel mit den Hausschuhen – Hyperfokus? 

Was war das bloss für eine turbulente Woche!? Zu guter Letzt bekam ich von der Schule noch eine Notiz im Kontaktheft. Ich schätze diesen Austausch sehr. Nichts desto trotz mag ich es natürlich lieber Positives als Herausforderndes zur Kenntnis zu nehmen. Ich lese also, dass mein 8-jähriger Sohn versucht hat alle Kinder der Klasse recht vehement dazu zu bewegen, dass sie ihre Hausschuhe ganz korrekt anziehen und ihre Füsse schön parallel den Boden berühren – kein Zappeln. Ein schwieriges Unterfangen seinerseits.

 

Dies kaum gelesen, stiess ich auf einen spannenden Artikel von Lyric Holmans aus Texas. Sie benennt ’10 Facts‘, die fast alle Autist*innen gemeinsam haben. An einem dieser Punkte blieb ich hängen – vor allem am zweiten Teil.

 

„Autistic people are known for hyperfocus / not being able to let things go.“

Lyric Holmans

 

Ist es nicht genau das, was das Hausschuh Debakel verursacht hat!? Da ist was falsch und stört. Es vereinnahmt einen so sehr, dass man eine ganze Klasse dazu bringen will, dass diese störenden Impulse aufhören. Allerdings, so ein Verhalten kann neurotypische Menschen sehr verwirren.

Diese kurz und bündige Erklärung von Lyric Holmans, dass das Loslassen von Reizen durch den Hyperfokus unmöglich ist, inspirierte mich tiefer zu graben – immer in der Hoffnung, dass ich dadurch von der autistischen Kultur in die neurotypische zu übersetzen lerne. 

 

Hyperfokus – die fehlende Definition 

Meine Suche riss jedoch, kaum gestartet, schon einen Stopp. 

 

„In vielen Fällen bleibt der Hyperfokus undefiniert, wobei davon ausgegangen wird, dass der Leser von Natur aus weiss, was er bedeutet. Somit gibt es keinen einheitlichen Konsens darüber, was Hyperfokus ausmacht.“

Ashinoff und Abu-Akel

 

Siehe da – es gibt keine einheitliche Definition betreffend dieses Phänomens. Folglich gibt es unterschiedliche Sichtweisen. Tatsächlich lese ich diesbezüglich gar von verschiedenen Begriffen oder Umschreibungen, die – so vermute ich – das Phänomen Hyperfokus andeuten. 

 

Wie Hyperfokus auch noch genannt oder beschrieben wird

Ich beginne meine Spurensuche rund um den Hyperfokus mit meinem liebsten Begriff für dieses Phänomen: Tunnelblick. Es betont einen Ausschnitt im Leben, dem eine grosse Wichtigkeit und Bedeutung gegeben wird. Ich vermute, dass der Tunnelblick sich auch darin zeigt, dass mein 13-jähriger Sohn oftmals sehr konsequent seinen Weg geht. Die Corona Massnahmen beispielsweise befolgt er exakt und versteht nicht, dass ich gewisse Massnahmen durchaus hinterfrage. Auch eine ausgeklügelte bottom-up Wahrnehmung, die akribisch unzählige Details erfasst, geht für mich in dieselbe Richtung. So ist mein älterer Sohn auch ein ziemlich gut informierter Jugendlicher mit grossem Allgemeinwissen in so manchen Themengebieten. Auch wenn er findet, dass es den freien Willen zwar nicht gibt, so gibt er sich doch alle Mühe, sich zu informieren und so zu seiner persönlichen Meinung zu kommen. Zudem lese ich oft von fokussiertem Denken und ausgeprägten Interessen in speziellen Bereichen. Hierhin gehören wohl auch die Spezialinteressen. Ich weiss, dass sich auf Twitter viele Autist*innen gegen diese Verallgemeinerung wehren, jede*r Autist*in habe solche aussergewöhnliche Begabungen. Nichts desto trotz sehe ich die durch den Hyperfokus entstehenden besonderen Fähigkeiten in eingegrenzten Themen bei meinen beiden Kindern und freue mich darüber – ohne auch nur den leisesten Anspruch zu erheben, dass nun ein zweiter Albert Einstein oder Elon Musk heranwächst. Dennoch behaupte ich, dass diese Intensität klar im Resultat sichtbar wird, und zwar sowohl bei meinem Sohn mit Asperger Syndrom als auch bei meinem jüngeren mit atypischem Autismus. Das Erfüllende an solchen Interessen mit/durch Hyperfokus ist doch dieser Flow, also das vollständige Versinken in einer Aufgabe – alle anderen Reize sind ausgeschaltet. Mitten im Flow muss man meine Kinder nicht zum Abendessen rufen oder zumindest nicht verwundert sein, wenn keine Reaktion kommt und Hungergefühle im Banne des Hyperfokus nicht mehr wahrgenommen werden. In solchen Momenten vereinnahmt der Zauberwürfel total oder das Level in Super Mario Maker muss noch zu Ende gebaut werden. Dasselbe mit den Karton Robotern und den drehenden Rädern oder Mitten im Informationsfluss – auf YouTube ist es gerade so interessant mit der Dokumentation über den Islam etc.

Manchmal wird ein Hyperfokus auch mit Perseveration beschrieben. Dies wiederum macht das Hängenbleiben an einem Input deutlich, der in den Fokus gelangt und dadurch eine grosse Wichtigkeit bekommt und bleiben will. Haben wir Krisen und ein verzweifeltes Kind, ist es sehr anspruchsvoll, dass es sich gerade dadurch wieder beruhigt. Ich verliere mich selber oftmals emotional darin, während mein Mann es schafft, den Fokus bei den Jungs via Interessen auf etwas anderes zu lenken und die Situation so zu entschärfen. Ein bisschen anders betont den Hyperfokus die Hyperselektivität. Sie drückt die Erschwernis aus, die Gesamtsituation wahrzunehmen, da Reize ja oft mehrere Sinne ansprechen und folglich die Aufmerksamkeit auf unterschiedliche Sinneskanäle gerichtet werden muss. Aber genau da liegt das grosse Thema, da einerseits oftmals keine Aufmerksamkeit mobilisiert werden kann und wenn doch, dann eben überselektioniert wird und die Wahl somit auf ein Detail fällt. Dies wiederum in einer solchen Intensität, dass sich davon zu lösen und sich Neuem zuzuwenden sehr herausfordernd wird (Vgl. Rebecca Hasenclever 2007). Zu diesem Phänomen, so vermute ich zumindest, hörte ich auf SRF play eine interessante Aussage eines Asperger Autisten betreffend gemischtem Salat.

 

„No, no go. No. Ich möchte gerne einen sortierten Salat haben. Er darf vielfältig sein, aber er muss sortiert sein. Ich möchte alles nacheinander essen.“ Philipp (Asperger Autist)

 

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein sortierter Salat mit Fokus auf wenige Reize nur, ihm viel mehr Genuss bereitet so. Auch das ist letztlich Hyperfokus.

 

Meine Sicht des Hyperfokus

Für mich persönlich ist Hyperfokus ein wichtiger Teil der autistischen Wahrnehmung oder vielleicht gar autistische Wahrnehmung per se (?) und betrifft den Alltag meist in seinen Kleinigkeiten. Natürlich entsteht gerade durch den Hyperfokus auch Grossartiges – aber oftmals tangiert es das Normale und Gewohnte, bei uns eben das Leben zu Hause oder in der Schule oder Ausflüge mit der Tante oder den Grosseltern, das so einen anderen Anschein bekommt. Der Hyperfokus ist überall. Jede Situation hat für meine Kinder herausstechende Begebenheiten, die vereinnahmen können oder wiederum Aspekte, die gar nicht in den Fokus rücken wollen. Dadurch entstehen manchmal grosse Sorgen, da störende Stimuli durch den Hyperfokus eine immense Wichtigkeit bekommen können oder ohne Interessen wie nicht existent sind. Bei Übermüdung oder Erschöpfung beobachte ich beides noch extremer – manchmal gar mit Stimmingcharakter oder leicht zwanghaft anmutendem Verhalten. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Gleichzeitig entstehen auch sehr positive Momente gerade dadurch, dass ein Detail in den Fokus rückt und extrem wichtig wird. Für mich als Mutter ist der Hyperfokus dann etwas wahnsinnig Schönes, wenn ich meine Kinder mit grosser Leidenschaft mit einer Tätigkeit, Entdeckung oder Idee eins werden seh. Ich beobachte das so unheimlich gerne, dass ich ein leises Bedauern fühle, wenn ich an Eltern nicht-autistischer Kinder denke. Ihnen entgeht etwas.

 

Hyperfokus im Alltag meines jüngeren Sohnes

Mein jüngerer Sohn ist ein ganz besonderes Kind. Ich merke, dass er nicht immer verstanden wird und vermute, das liegt daran, dass er den Fokus nicht so setzt, wie wir das bei neurotypischen Kindern gewohnt sind. Was in seinem Fokus Platz findet, ist bei ihm vermutlich um ein Vielfaches intensiver und gleichzeitig ignoriert er die weiteren Aspekte drum herum, da sie für ihn versteckt sind. Diese Intensität und Hingabe in seine Projekte, begeistert mich. Ich finde das toll und wichtig. Doch wenn etwas scheinbar Unwichtiges plötzlich so gross wird und ihn plagt dadurch, muss ich zuerst reflektieren, um Wege zu finden, wie er seinen Fokus neu setzen kann um loszulassen. Auch erachten wir ganz unterschiedliche Dinge als wichtig. Und da wir beide Recht haben und doch zusammen einen Konsens finden müssen – nicht immer ganz einfach. Darum möchte ich ein paar Beispiele notieren, wie das bei uns zu Hause oder in der Schule manchmal aussieht:

 

  • Samuel (Name geändert) achtet in der Schule akribisch genau darauf, ob alle Kinder die Hausschuhe korrekt angezogen haben und ihre Füsse schön parallel den Boden berühren. 
  • Der Besuch bei etwas entfernten Nachbarn verabschiedet sich ohne Ende ziemlich laut. Es ist Abend und es wird immer wieder laut gelacht. Samuel öffnet das Fenster. Er ruft verzweifelt: „Schluss mit dem Geschrei!“
  • Die schulische Heilpädagogin kann nicht noch rasch drei-vier Worte mit der Schulbusfahrerin wechseln. Samuel wird wütend und will das unterbinden. Er will in die Schule.
  • Samuel will ausschliesslich Plusrechnungen lösen. Auch wenn er 5 + _ = 12 beherrscht, so rechnet er 12 – 5 = _ nicht. (Unterdessen klappt auch das.)
  • Niemand traut sich (im Kindergarten) ein Flugzeug zu zeichnen. Samuel steht  auf und erledigte das in Perfektion. Er kann extrem gut zeichnen.
  • Samuel sitzt zwar da mit Bleistift und der Hand, aber er scheint zu träumen und lässt sich nicht dazu bewegen, die Schreibübung in Angriff zu nehmen. In der Handarbeit, was ihn etwas mehr interessiert, geht es dann besser – er macht mit.
  • Die Schulbusfahrerin hat Zeit, Samuel schon etwas eher nach Hause zu fahren. Ich finde dies gut, denn im gefüllten Bus ist es ihm oft zu laut. Dadurch ist der Bruder nicht mit dabei und er muss dadurch fest weinen.
  • Ich will etwas sagen, und er sagt sogleich: „Psst.“
  • Samuel schaut mit den Augen nach oben rechts und scheint wie weggetreten. Was er wohl gerade denkt?
  • Samuel begrüsst lange nur den Nachbarn, der oft Rasen mäht und ihn dadurch begeisterte. Erst viel später entdeckt er, dass die Nachbarin, die übrigens sehr nett ist,  ja dazu gehört und begrüsst sie ebenfalls.
  • Samuel spielt Mario Maker. Er sollte zum Abendessen kommen, reagiert aber versunken ins Spiel nicht auf meine Bemühungen diesbezüglich.  

 

Lyric Holmans hat Recht – tatsächlich lassen sich viele spezielle Verhaltensweisen genau dadurch erklären:

„Not being able to let things go.“ 

 

Hyperfokus und unsere Verantwortung betreffend Interessen 

Seit dem Start der Schulzeit ist mir klar geworden, wie sehr der Unterricht darauf abzielt, dass man Aufträge erledigen muss. Mein jüngerer Sohn stellt sich zu Hause oft selber Aufgaben zu seinen Projekten, die er höchst fokussiert verfolgt. Er kann beispielsweise selber Kuchen Rezepte zusammenstellen, die lecker werden. Auch Brotteigvariationen kann er aus dem Stehgreif intuitiv. Das alles steht im krassen Gegensatz dazu, wenn man seine Aufmerksamkeit auf etwas Bestimmtes lenken will. Nicht immer – aber manchmal schon. Sein Blick schweift dann ins Leere – es scheint, als mache er nichts, als warte er, bis das „Unwetter“ (Auftrag) vorüber ist. Ich ahne, dass genau dieses Verhalten zu umstrittenen Therapien geführt hat – eben, um den Fokus zu lenken. 

 

„In vielen Fällen werden autistischen Kindern ihre Lieblingsspielzeuge oder Snacks vorenthalten, bis sie den Anforderungen des Therapeuten nachkommen.“ Kaylene (AUTISTIC mama)

 

Interessen dürfen selbstverständlich nicht missbraucht werden, indem man einem Kind das Liebste wegnimmt und es dies erst durch Anpassung wieder bekommt. Das wäre ein ganz falsches Signal. Fremdbestimmung des Fokus durch Interessen gibt es auch in liebevoll. Es bedingt, dass man meinen jüngeren Sohn gut kennt, weiss, was er mag und daran mit Neuem anknüpft oder es für Interaktionen nutzt. Interessen haben also in mehrer Hinsicht eine wichtige Brückenfunktion.

 

Rücken Lerninhalt des Lebens über Interessen in den Fokus meines jüngeren Sohnes – autodidaktisch oder geführt, dann wird gestaunt. Urplötzlich beherrscht er Dinge, die man ihm nicht zugetraut hätte. Da ist so vieles, das es rauszukitzeln gilt. Interessen sind dabei ein sehr liebevoller Weg. Meine autistischen Kinder werden dadurch keine Rosinenpicker. Wer das denkt, hat die Herausforderung durch den Hyperfokus nicht verstanden. Im Gegenteil – man sollte sich bewusst sein, dass ein unsichtbarer on- und off Schalter betreffend Aufmerksamkeit im autistischen Gehirn existiert. Rachel Fricker beschreibt das so, dass ihr Gehirn dadurch entweder auf „utterly obsessed“ eingestellt ist oder eben dann auf „uninterested“. Das muss man wissen.

 

 

Die Stimme einer Autistin zu Hyperfokus: Lyric Holmans

https://neurodivergentrebel.com/2021/02/17/correcting-common-autism-myths-10-facts-about-autistic-people/amp/?__twitter_impression=true

Ab 00:05:23 bis 00:06:03

 

[00:05:23] Wenn sie schlechte Dinge über uns sagen wollen, sagen sie, dass wir besessen sind. Ja. Ich kann ein bisschen intensiv sein, und manchmal fixiere ich mich auf Dinge, und manchmal habe ich Mühe, Dinge auszuschalten und loszulassen.

 

[00:05:38] Ja, das ist schwer, aber das ist für mich zweifellos auch eine meiner grössten Stärken. Es ist diese Unfähigkeit, Dinge loszulassen, die mich zum Experten macht, der ich in vielen verschiedenen Bereichen werden kann – weil ich diesen sehr engen Fokus habe, in dem das Ding alles ist, woran ich denke.

 

[00:06:03] Ich finde das verdammt grossartig.

 

Hyperfokus als Neurodiversität

Die Neurodiversitätsbewegung hat die Sicht auf Autismus grundlegend verändert. Als Mutter autistischer Kinder empfinde ich es als ihr wichtigstes Anliegen, dass man autistische Kinder nicht neurotypisch machen darf – im Gegenteil, man muss das autistische Kind so gut kennenlernen, dass man es im Aufbau seines Selbstbewusstseins und Selbstwertgefühls unterstützen kann. Dazu gehört auch das Kinderrecht „nein“ sagen zu dürfen und damit gehört und Ernst genommen zu werden.

 

„Neurodiversität ist ein Aspekt der Biodiversität und daher natürlich. Nicht unbedingt schlecht (aber auch nicht unbedingt „gut“). Gute und schlechte Seiten der Neurodiversität sind oft untrennbar miteinander verbunden, aber all das ist Teil dessen, was jemand ist und kann eine Quelle von Potenzial sein, wenn es richtig verstanden wird.“ Dr. Felicity Sedgewick

 

Und so empfinde auch ich das Phänomen Hyperfokus – als Quelle von Potenzial, wenn es richtig verstanden wird. Potenzial sehe ich aber nicht so definiert, als dass autistische Kinder nun Superkräfte haben oder entwickeln müssen – ich verstehe es aber als Ausgangspunkt hoffentlich unersättlicher Lebensfreude. Darum muss diesem Phänomen Sorge getragen werden.

 

3x Hyperfokus – eine Hypothese, eine Theorie und ein Modell 

 

„Not being able to let things go.“

 

Ja, was heisst du nun genau? Warum ist das so? Welche Erklärungen hat die Wissenschaft parat?

 

1. Hyperfokus als Strategie gegen Reizüberflutung – etwas nur fixieren, dafür umso mehr

 

Die Monotropismus-Hypothese erklärt sich den Hyperfokus so, dass neurotypische oder eben nicht-autistische Menschen in der Lage sind sich auf viele Aktivitäten und Interessensgebiete gleichzeitig zu konzentrieren und somit ihre Aufmerksamkeit flexibel anwenden und verteilen können. Autist*innen hingegen ignorieren ein breites Feld an Informationen und fokussieren sich auf wenige Interessen, was auch „tunnel vision“ genannt wird. (Vgl. Theunissen 2014 S. 50.) Strömen also zu viele Reize auf eine autistische Person ein, bricht ihr begrenzt aufnahmefähiges Wahrnehmungssystem zusammen. Dass sich Autist*innen also auf Interessensschwerpunkte fixieren, macht Sinn. So schaffen sie es ihre Wahrnehmung überfordernde Situationen zu überstehen. Der Hyperfokus ist also eine Bewältigungsstrategie und mehr noch – eine grosse Begabung. Überselektivität ist eine Stärke der monotropistischen Wahrnehmung – gerade wenn Interessen mit im Spiel sind und folglich Motivation, steht also eine höhere Ebene der Aufmerksamkeit zur Verfügung.  (Vgl. Theunissen 2014 S. 52.)

 

 

2. Hyperfokus aufgrund einer bottom-up Wahrnehmung – der Blick fürs Detail

 

Das Modell der erweiterten wahrnehmungsbezogenen Funktionsfähigkeit wiederum erklärt sich das Phänomen mit dem Hyperfokus etwas anders. Die neurotypische Wahrnehmung funktioniert so, dass Reize von einer niederschwelligen Ebene (bottom-up) hin zu einer höheren Verarbeitungsebene (top-down) verarbeitet werden. Das bedeutet, dass Informationen im Langzeitspeicher deponiert werden und abgerufen – inklusive einem intuitiven Vorverständnis. Autist*innen hingegen verweilen lange auf der bottom-up Ebene. Sie sammeln also viel mehr Details, als das neurotypische Menschen tun. Da all diese Informationen im Arbeitsgedächtnis gespeichert werden, ist das manchmal so erschöpfend, dass es im schlechtesten Fall gar nicht mehr zu einem top-down Prozess kommt, und zwar auf Kosten des Überblicks. Das Sammeln von Details kann so vereinnahmen, dass Dingen oder Sachverhalten, Situationen etc. eine grosse Wichtigkeit gegeben wird – und neurotypische Menschen übersehen diese jeweils. Es handelt sich bei dieser Hyperfokussierung begünstigenden Wahrnehmung einerseits um eine Stärke, denn da ist ein weit grösseres Detailwissen – gleichzeitig um eine Erschwernis, da die gesamte Situation zu beurteilen mit viel mehr Aufwand verbunden ist. (Vgl. Theunissen 2016 S. 70-74) Überblick braucht es bei so manchem, damit die Welt der Einzelteile Sinn ergibt. Nicht ohne Grund betreiben 65% aller Autist*innen laut Baron-Cohen hyper-systemizing und bringen Struktur in eine Fülle von Informationen.

 

3. Hyperfokus zur Verlangsamung der Welt – ein Umgang mit zu schnell angebotenen Stimuli

 

Schon Kanner beschrieb unmittelbare Zusammenhänge zwischen Verhaltensbesonderheiten und der Wahrnehmung und Integration von beweglichen Dingen und Bewegungen. Genau darauf geht die Theorie einer Welt, die sich zu schnell bewegt oder verändert ein. Denn schon autistischen Babys geht oftmals alles viel zu schnell und sie zeigen dadurch eine Vorliebe für statische Dinge und somit eine überfokussierte Aufmerksamkeit auf Details. Einerseits ist das natürlich eine Stärke das Detail betreffend, das nicht-autistische Babys nicht in der Intensität studieren, doch leider geht das schnell mal auf Kosten  kontextbezogener Informationen – klar. Zu schnell geht beispielsweise der Blickkontakt, Interaktion, die Sprache und Bewegung, ausser sie ist selber gemacht, wie z.B. Rollen oder Rotieren etc. Selbstverständlich kann eine solche Entwicklung sehr herausfordernd sein, wenn sie extrem ist. Der Hyperfokus ist also eine adäquate Reaktion auf Stimuli, die zu schnell angeboten werden. Druck und Zeitknappheit spielen darum eine wichtige Rolle in dieser Theorie und genau darin ist auch die Lösung zu finden – in der Verlangsamung. So kann ein intuitives Vorverständnis durchaus erworben werden. (Vgl. Theunissen 2016 S. 64-68) 

Ein intuitives Vorverständnis ist betreffend Spracherwerb enorm wichtig – eine innere Repräsentation der Welt, damit über etwas gesprochen werden kann, das nicht unmittelbar wahrnehmbar ist. Langsamkeit und Reizreduktion ist also eine wichtige Voraussetzung für repräsentative Erfahrungen bei kleinen Kindern mit Hyperfokus. Aber auch Jugendliche und Erwachsene im Autismus-Spektrum werde unterstützt dadurch, um zu lernen und auch zu zeigen, was sie ausmacht.

 

Ein Hyperfokus ist – je nach Blickwinkel…

  • Ein Entwicklungsrisiko, da das Erkennen von Zusammenhänge u.U. erschwert wird 
  • Eine grosse Begabung, da es sich um eine höhere Ebene der Wahrnehmung handelt 
  • Ein wichtiger Teil einer anderen Art der Wahrnehmung
  • Ein Flair fürs Detail 
  • Die Aufmerksamkeit nur auf einen oder einzelne Reize richten 
  • Fokus auf etwas und der Rest verschwindet dabei gänzlich
  • Eine Kraft, die gar Grundbedürfnissen vergessen lassen kann (Schlaf, Nahrung)
  • Eine Auswahl von Wenigem im grossen Ganzen
  • Ein Beibehalten einer Sichtweise, Aufgabe, Zustandes oder von Entwicklungsthemen
  • Manchmal ein anderer Fokus als vom Gegenüber erwartet wird (z.B. Interaktion)
  • Ein intensiver Gedanke ohne Zugang für ‚andere‘
  • Ein Versinken in einer Tätigkeit, Idee oder Überlegungen
  • Eine andere Art und Weise die Welt zu sehen
  • Ursache grosser Verunsicherung bei Veränderung (da ausserhalb Fokus)
  • Sicherheit durch Konstanz
  • Ein Ausblenden des Kontextes 
  • Umgang mit Reizüberflutung 
  • Eine Vorliebe für Statisches anstelle Stimuliabfolgen
  • Eine leidenschaftliche Hingabe 
  • Ein Abwenden von Desinteressen 
  • Auch Stimming, um das Leben auszuhalten
  • Bleibend. Der Hyperfokus verschwindet mit 18 nicht spurlos 
  • Ausdruck der Neurodiversität

 

Natürlich hebe ich hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Ein möglicher Umgang mit Hyperfokus 

Erst wenn wir uns mit der autistischen Wahrnehmung auseinandergesetzt haben, kann die Suche nach Lösungen beginnen. 

 

„Not being able to let things go.“

 

Wir können den Hyperfokus nicht einfach abschalten. Aber wir können verstehen/Verständnis haben und das Drumherum verändern. Dazu braucht Kreativität, Flexibilität und den Mut zu unkonventionellen Lösungen.  

 

Vier Beispiele, die das vielleicht verbildlichen:

 

  • Samuel achtet in der Schule akribisch genau darauf, ob alle Kinder die Hausschuhe korrekt angezogen haben und ihre Füsse schön parallel den Boden berühren. 

 

Warum also nicht für einmal Samuel alle Hausschuhe nach korrektem Tragen kontrollieren lassen? Oder die ganze Klasse nimmt im Kreis Platz und alle Hausschuhe werden begutachtet? Alle ziehen sie einmal falsch an und dann korrekt? Vielleicht gar das Spiel Hausschuhe-Salat (ch-dt: Finken-Salat) spielen? Oder alle ahnen nach, wie Sophie die Füsse abstellt, dann genau so wie Dorian, jetzt wie es Samuel will etc. Vielleicht ist es ja gar nicht so störend, wenn es jeder auf seine Art macht? Oder Samuel darf am Ende des Tages in der Garderobe Ordnung mit allen Hausschuhen der Kinder schaffen. Dann ist das erwünschte. Erst dann!

 

  • Samuel will ausschliesslich Plusrechnungen lösen. Auch wenn er 5 + _ = 12 beherrscht, so rechnet er 12 – 5 = _ nicht. (Unterdessen klappt auch das.)

 

Manchmal muss man sich gut überlegen, wie weit nach dem Lehrplan gefolgt werden muss oder wann der Hyperfokus halt andere Wege geht. Ist ein Kind im Flow und will plus rechnen, dann kann es Sinn machen nonkonform diesen Weg erstmals weiter zu gehen und zu vertiefen. Damit meine ich nicht, dass man minus nicht weiterhin erklären darf. Ich will Lernfreude ausgekostet sehen und nicht abgewürgt. Gleichzeitig habe ich grossen Respekt davor, was die Schule betreffend dem Phänomen Hyperfokus leisten muss. Es ist bestimmt nicht einfach die Balance zu finden.

 

  • Ich will etwas sagen, und er sagt sogleich: „Psst.“

 

Ich bin mir gewohnt, wie sehr neurotypische Kinder das Gespräch mit mir suchen und geniessen. Beziehung über alles. Das ist hier zwar auch so, aber nicht in der Intensität über das Gespräch. Eine stabile Beziehung ist sehr wohl genauso wichtig, aber Interaktion geht auch anders. Meine Kinder im Flow, die brauchen Zeit und Ruhe und mich in der Nähe, aber nicht zu nahe, dass ich in ihrem Flow ein aktiver Teil davon werde. Nicht stören – ganz wichtig…

 

  • Samuel sitzt zwar da mit Bleistift und der Hand, aber er scheint zu träumen und lässt sich nicht dazu bewegen, die Schreibübung in Angriff zu nehmen. In der Handarbeit, was ihn etwas mehr interessiert, geht es dann besser – er macht mit.

 

Es ist wirklich sehr herausfordernd, wenn plötzlich ein Lerninhalt in den Fokus rücken soll. Für alle Beteiligten. Auch da gibt es einige wirksame Mittel. Manchmal braucht es lediglich eine klare Abmachung möglicherweise mit Timetimer und vielleicht einem Zückerchen (Interessen!) für danach:

 

1: Schönschreiben (10min). ➡️ 2: Ein Level Super Mario. 

https://www.theautismpage.com/now-next/

 

 

Dr. Rebecca Wood geht dieses Thema „nicht in den Fokus rücken“ etwas anders an. Sie anerkennt die Wichtigkeit von Interessen für autistischen Kinder. Warum also schulische Inhalte nicht in die Interessen verpacken? Also keine lose Schreibübung – aber vielleicht springt Mario auf dem Blatt herum!? Oder wie unsere schulische Heilpädagogin herausgefunden hat – es macht ihm Spass am iPad zu lernen. (Vgl. Woodbug blog 27.03.19) 

https://woodbug.blog/2019/03/27/autistic-children-and-intense-interests-the-key-to-their-educational-inclusion/

 

Und nicht zuletzt ist es das Ziel von TEACCH, den Fokus des Kindes durch Reizreduktion und Routine auf das Wesentliche zu lenken und es so gut strukturiert und logisch und mit genug Zeit Zusammenhänge erkennen zu lassen – oftmals visualisiert, und zwar nicht so, wie Ikea Anleitungen, die dieses und jenes voraussetzen und einfach weglassen. Dazu gehört auch ein reizarmer Arbeitsplatz und das kleinschrittige Anbahnen einer Arbeitshaltung – ein wichtiger Aspekt davon sind meiner Ansicht nach z.B. regelmässige Arbeitszeiten.

 

„Das heisst, dass der Betreffende täglich zu bestimmten Zeiten zur Arbeit geholt wird. Durch häufige Wiederholung und Regelmässigkeit lernt er, dass Arbeit zum Tagesablauf gehört, und er kann sich leichter darauf einstellen, dass es solche Zeiten der Beschäftigung gibt.“ Anne Häussler (S. 119)

 

Das alles sind Bemühungen, damit die Welt an Bedeutung gewinnt, indem gewisse Aspekte in den Fokus rücken und daran angeknüpft werden kann. Das heisst letztlich ja nichts anderes, als dass das Leben in weiteren Bereichen plötzlich interessant wird. 

 

Definition von Hyperfokus gesucht

Die Suche danach, was ein Hyperfokus für meine Kinder vielleicht bedeutet, hat sich für mich gelohnt. Ich beginne immer mehr zu erahnen, wie einschneiden eine derart fokussierte Wahrnehmung im Alltag sein muss. Allerdings weiss ich nicht, ob ich Flow, Tunnelblick, Hyperselektivität etc. in einen Topf werfen darf, wie ich es getan habe. 

 

„Es ist jedoch unklar, ob (…) Flow-Zustände und Hyperfokus-Zustände dieselben oder unterschiedliche Prozesse widerspiegeln.“ Ashinoff und Abu-Akel

 

Gerne hätte ich eine klare Abgrenzung des Phänomens Hyperfokus gefunden – dem ist aber nicht so. Ich fand ganz viele Teile eines möglichen Ganzen. Eines dieser Teile schenkte mir Lyric Holmans und ich weiss, da sind ganz viele weitere Teile.

Natürlich wäre es sehr interessant, wenn Autist*innen vermehrt von ihrer Wahrnehmung erzählen und mit ihnen zusammen geforscht würde, wann Aufmerksam zu einem Hyperfokus wird oder eben nicht und was das für sie bedeutet. 

 

„Wir schlagen auch eine operative Definition von Hyperfokus vor, die Forscher künftig verwenden können.“ Ashinoff und Abu-Akel

 

Eine klare Definition würde den Austausch erleichtern, denn über das Phänomen Hyperfokus sollte vermehrt diskutiert werden, gerade darum, weil dieses Phänomen oft nicht verstanden wird. Noch immer höre ich von zu vielen Dramen betreffend Autismus und Schule – aber natürlich betrifft es auch weitere Bereiche. Neurotypische Menschen kommen nicht drum herum, ihre Annahmen über das Leben und Sein ab und zu über den Haufen zu werfen und zu realisieren, dass Neurodiversität existiert und die gewohnte Idee von Richtig und Falsch nur eine von vielen ist. 

 

Literaturliste 

Häussler, A. (5. Auflage – 2016.) Der TEACCH Ansatz zur Förderung von Menschen mit Autismus. Einführung in Theorie und Praxis. Dortmund: Verlag modernes Lernen

 

Theunissen, G. (2014). Menschen im Autismus-Spektrum. Verstehen, annehmen, unterstützen. Stuttgart: Kohlhammer.

 

Theunissen, G. (Hrsg.) (2016). Autismus verstehen. Aussen- und Innensichten. Stuttgart: Kohlhammer.

 

Lyric Holmans ua zu Hyperfokus

https://neurodivergentrebel.com/2021/02/17/correcting-common-autism-myths-10-facts-about-autistic-people/amp/?__twitter_impression=true

 

Definition Hyperfokus

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Hyperfocus

https://www.adhspedia.de/wiki/Hyperfokus

 

Noch keine einheitliche Definition von Hyperfokus 

https://link.springer.com/article/10.1007/s00426-019-01245-8

 

Überselektivität

https://www.grin.com/document/91393#:~:text=31).,Der%20Zusammenhang%20wird%20nicht%20erfasst.

 

Die Monotropismus-Hypothese

https://autisticandunapologetic.com/2020/07/26/monotropism-the-most-accurate-autism-theory-youve-probably-never-heard-of/

https://neuroclastic.com/2021/07/07/a-productive-irritant-a-celebration-of-the-life-of-dr-dinah-murray/amp/?__twitter_impression=true

https://sachendenker.ch/autismus-verstehen-lernen-die-monotropismus-hypothese/

https://sachendenker.ch/monotropismus-hypothese-die-sieben-autistischen-besonderheiten-erklaert-fuer-kinder-und-jugendliche-monotropismus-hypothese/

 

Die Theorie einer Welt, die sich zu schnell bewegt oder verändert

https://sachendenker.ch/autismus-verstehen-lernen-die-theorie-ueber-eine-welt-die-sich-zu-schnell-bewegt-oder-veraendert-a-world-changing-too-fast/

 

Das Modell der erweiterten wahrnehmungsbezogenen Funktionsfähigkeit

https://sachendenker.ch/autismus-verstehen-lernen-das-modell-der-erweiterten-wahrnehmungsbezogenen-funktionsfaehigkeit-enhanced-perceptional-functioning/

 

Keinen gemischten Salat – alles einzeln:

„No, no go. No. Ich möchte gerne einen sortierten Salat haben. Er darf vielfältig sein, aber er muss sortiert sein. Ich möchte alles nacheinander essen.“ Philipp (Asperger Autist)

17.42 – 17.50

https://www.srf.ch/play/radio/input/audio/liebe-lernen-verlieben-mit-autismus?id=040d85d1-34c2-41a8-95fd-cf07fd24d21d&expandDescription=true

 

Thank you 🌹 – Lyric Holmans

Neurodivergent Rebel (they/them) 🧠 🏳️‍🌈 (@NeuroRebel) twitterte um 9:29 PM on Mo., Mai 03, 2021:

People sometimes ask if they can share things from my page.

Please feel free to share anything you want from my page.

I don’t even care if you give me credit. I don’t do this for credit I do this for the community.

If some thing I say inspires you please run with it.

(https://twitter.com/NeuroRebel/status/1389301135706664963?s=03)

 

Interessen – um in den Fokus zu rücken

https://woodbug.blog/2019/03/27/autistic-children-and-intense-interests-the-key-to-their-educational-inclusion/

 

Now – Next (Zückerchen, um in den Fokus zu rücken)

https://www.theautismpage.com/now-next/

 

Rachel Fricker – Broadening Perspectives (Sehr interessant, es werden z.B. auch ADHS und Schizophrenie betreffend Hyperfokus gestreift.) 

https://youtu.be/EQiD8t1mFgc

 

Nicht-Autisten lernen durch Beobachtung, ohne es selber je gemacht zu haben. Autist*innen lernen, weil sie etwas interessiert oder der Aufforderung: „Jetzt musst du aufpassen.“ (Letzteres, damit es in den Fokus gelangt.)

https://www.thearticulateautistic.com/why-even-beginner-classes-are-not-helpful-for-many-autistic-people/

 

„In vielen Fällen werden autistischen Kindern ihre Lieblingsspielzeuge oder Snacks vorenthalten, bis sie den Anforderungen des Therapeuten nachkommen.“ Kaylene (AUTISTIC mama)

https://autisticmama.com/even-new-aba-is-problematic/

 

Concerns About ABA-Based Intervention: An Evaluation and Recommendations

https://link.springer.com/article/10.1007/s10803-021-05137-y

Damian Milton (@milton_damian) twitterte um 6:20 AM on Do., Juni 17, 2021:

Here we go again (https://t.co/tlrcWcmgeG) „Concerns have included discontent with historical events…“. Deliberate misframing from the outset…

(https://twitter.com/milton_damian/status/1405379881739948033?s=03)

 

Pete Whatmby über ABA:

Pete Wharmby (@commaficionado) twitterte um 2:30 PM on So., Juni 20, 2021:

I hadn’t realised twitter had, for literally no reason, trimmed the first fifteen seconds off my video. Here’s the whole thing. https://t.co/VNGAoqzDNw

(https://twitter.com/commaficionado/status/1406590200193630208?s=03)

 

Kinder mögen reicht nicht! Was macht gute Pädagog:innen aus? Und warum ABA nicht geht…

https://elfenbeinhochhaus.com/2021/06/03/kinder-mogen-reicht-nicht-was-macht-gute-padagoginnen-aus/

 

 Dr Felicity Sedgewick (@SedgewickF) twitterte um 11:20 AM on Mi., Juli 14, 2021:

ND is an aspect of biodiversity and therefore natural

 

Not necessarily pathological (but not also not always ‚good‘ either)

 

Good and bad parts of ND are often inseparable, but all of it is part of who someone is and can be a source of potential if understood properly

(https://twitter.com/SedgewickF/status/1415239647890923524?s=03)

 

„Neurodiversität ist ein Aspekt der Biodiversität und daher natürlich. Nicht unbedingt schlecht (aber auch nicht unbedingt „gut“). Gute und schlechte Seiten der Neurodiversität sind oft untrennbar miteinander verbunden, aber all das ist Teil dessen, was jemand ist und kann eine Quelle von Potenzial sein, wenn es richtig verstanden wird.“ Dr. Felicity Sedgewick

 

Neurodiversität

https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2021.635690/full

 

Hyperfokus – kommt bei AD(H)S und Autismus vor

https://www.adhs-riedstadt.de/autismus-asperger-syndrom-c90423

 

TEACCH – ein bisschen Literatur dazu

https://m.exlibris.ch/de/buecher-buch/deutschsprachige-buecher/antje-tuckermann/praxis-teacch-herausforderung-regelschule/id/9783942976244?gclsrc=aw.ds&gclid=Cj0KCQjw5PGFBhC2ARIsAIFIMNfdGhPOKpvL_2TSeqMGotzcGzA0TTn9r-noYTJ_fwyWUJK2T5hHve8aAvo2EALw_wcB

 

https://m.exlibris.ch/de/buecher-buch/deutschsprachige-buecher/anne-haeussler/der-teacch-ansatz-zur-foerderung-von-menschen-mit-autismus/id/9783808007716

 

https://m.exlibris.ch/de/buecher-buch/deutschsprachige-buecher/rebecca-hasenclever/teacch-ein-ansatz-zur-foerderung-von-menschen-mit-autismus/id/9783638947596

 

https://m.exlibris.ch/de/buecher-buch/e-books-deutsch/anne-haeussler/sehen-und-verstehen/id/9783170306325

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.